von unserem Mitglied Petra Patzker wurde diese Tanzveranstalung empfohlen!
Carmen goes out of His-s-to[r]y
Performance des Aureliana Contemporary Dance Project
Die Performance ist angetreten den Blick zu ‚wenden‘, ‚um zu wenden‘. Ausgehend von ’seiner Geschichte‘ hin zu ‚ihren Geschichten‘, von ‚His-Story‘ zu ‚Her-Stories‘.
Der ‚männliche Blick‘ steht dabei in Spannung zu dem was auch immer man den ‚weiblichen‘ nennt. Vielfältige Blicke, aus vielfältigen, auch Trans-versalen Perspektiven. Der Jahrtausende alte Blick auf die Frau, als Andere wird durch Überzeichnung sensibel dekonstruiert. Aus ihren Gefühlen, ihrer Verletzbarkeit, ihren Geschichten ist ein anderer, vielfältiger Blick auf Carmen entstanden. Vielfältige Geschichten, eine Spannung aus Erotik und starker Verletzlichkeit, von Lachen und Weinen, tiefem Nachfragen und Ironie, und doch einfühlsamer Stärke.
Die Performance ist eine Frottage, eine Gesamtschau von Tanz (Flamenco, Zeitgenössisch, Neo-klassisch), von Musik, Text und Bild. Dabei wird ein anderer Blick auf Carmen geschaffen, welcher in eine psychologische und philosophische Tiefe der Struktur von Beziehung führt. Mit Hegel und Judith Butler wird der von heteromaskuliner Dominanz geprägte Blick auf Carmen, als Symbol männlicher erotischer Fantasie, dekonstruiert. Es entstehen viele Blicke, viele Entwürfe und Übergänge von „seiner“ Geschichte zu „ihren“ Geschichten. Transversalen
von His- Story zu Her-Stories.
Transversale Übergänge finden sich auch in der Musik, die Markus Wagner gekonnt arrangiert hat. Ausgehend von Bizes` klassischer Opernmusik gehen die drei herausragenden Musiker Markus Wagner am Bass, Franz Schledorn an der Posaune und Ken Weinzierl an der Gitarre spielerisch in Jazzrhythmen über, um dann virtuos über sphärische Klänge wie unvermittelt z.B. in eine Flamenco Farruca zu münden. Ebenso der Tanz des bekannten Jerezaner Tänzers Jairo Amaya. Hier trifft klassischer Flamenco Puro auf die zeitgenössischen Bewegungen der international arbeitenden Deutschen Tänzerin und Choreografin Aurelia Sophia Baumgartner und des an der Ballett Akademie von Rom ausgebildeten und in vielen internationalen Companien tanzenden italienischen Tänzers Vincenzo Lapertosa. Dies ergibt einzigartige tänzerische und szenische Dialoge. Diese bildliche und musikalische Tiefe wird unterstützt durch die bildende Kunst des international ausstellenden italienischen Künstlers Silvio Cattani. Der in Venedig ausgebildete Künstler prägt mit der Leuchtkraft seiner Farben und seiner abstrakten Symbolik das Bühnenbild. Seine Bilder erinnern an primordiale Zeichen aus der Tiefe des Bewusstseins. Farben verflüssigen sich zur Realität, so dass die Tänzerin Aurelia Sophia in einem finalen Tanz auf der Bühne live mit Farben interagiert und so etwas ganz Neues und Einzigartiges entsteht.
Transversal Dance Art. Lassen Sie sich überraschen!

